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Tipps fürs Prädikatsexamen – Praedikatsexamen.com

Dezember 31, 2011

Heute bin ich auf eine offenbar neue Seite zum Thema Vorbereitung auf ein Prädikatsexamen gestoßen. Die Autoren haben einige wichtige Tricks und Kniffe rund um die Examensvorbereitung zusammengetragen. Darunter finden sich teilweise neue und sehr interessante Ansätze, teilweise aber auch Hinweise, die eigentlich jeder schon mal gehört hat. Besonders gefallen haben mir die 11 Grundregeln für ein Prädikatsexamen. Hier wird bei manchen Studenten wirklich der Finger in die Wunde gelegt. So wird z.B. nochmal explizit von dem Unsinn der Auswendiglernerei gewarnt (Regel 3). Diese zeugt stets von einem Mangel an Verständnis und wird den Prüfling im Examen nicht weit bringen.
Für ebenso wichtig halte ich den Hinweis, dass es im Examen vor allem auf das perfekte Beherrschen von Grundstrukturen und weniger auf Detailwissen und Meinungsstreits ankommt (Regel 2). Leider vermitteln viele Reps da eine etwas andere herangehensweise. Auch mit den Vorlesungungsbesuchen (Regel 8), habe ich es in meinem Studium so gehalten, wie die Autoren es hier vorschlagen.
Dagegen halte ich die Empfehlung, in zwei Monaten Vorbereitung je eine Woche Pause zu machen, für sehr fragwürdig. Wenn ich in meiner Examensvorbereitung so viel Pausen gemacht hätte, wäre ich wohl kaum mit dem Stoff durchgekommen.
Die Seite bietet außerdem Empfehlungen für juristische Literatur zur Examensvorbereitung. Die Empfehlungen halte ich im Großen und Ganzen für gelungen. Wer also zu faul ist selbst nach Literatur zu recherchieren, kann sich diese Zusammenstellung verwenden und hier und da eigenes Material ergänzen.
Zweifel habe ich zunächst beim „Studiekommentar BGB“ von Jan Kropholler. Ob sich dieser Kommentar wirklich eignet, ihn wie ein Lehrbuch durchzulesen, halte ich für fragwürdig. Auch wenn das Bürgerliche Gesetzbuch eigentlich sehr strukturiert aufgebaut ist, könnte hier die Struktur beim Lernen verloren gehen. Es hat nämlich schon seinen Grund, warum Lehrbücher zum Bürgerlichen Gesetzbuch selten exakt dem Aufbau des Gesetzes folgen. Häufig sind nämlich Inhaltlich eng verknüpfte Normen ihrer „Nummer“ nach weit auseinander. Ob der Kommentar hier stets in der Lage ist die Zusammenhänge herzustellen, weiß ich nicht. Jedenfalls für diejenigen die schon über ein sehr solides Grundwissen im Zivilrecht verfügen, kann der Kommentar als Hauptwerk der Examensvorbereitung im Zivilrecht dienen.
Aber auch bei der Empfehlung für den „Grundkurs Öffentliches Recht“ muss ich Kritik anmelden. Während mir der staatsrechtliche des Bandes sehr gut gefallen hat, fand ich den verwaltungsrechtlichen Teil eher schwach. Hier würde ich den Studenten eher den Detterbeck ans Herz legen. Dabei sollte man sich nicht von der höheren Seitenzahl abschrecken lassen: Das Layout ist extrem großzügig und benötigt fast doppelt so viel Platz wie andere Lehrbücher.
Außerdem fehlt eine Literaturempfehlung zu Zivilprozessordnung, die – soweit ich weiß – in allen Bundesländern zum Prüfungsstoff zählt.
Zuletzt bietet die Seite auch Lernpläne, wobei der Plural zuunrecht verwendet wird. Die Seite bietet nämlich nur einen Lernbplan, aber der ist zumindest optisch schön aufbereitet. Ob dieser nun DER Plan ist um ein Prädikatsexamen zu erreichen kann dahingestellt bleiben. Die Reihenfolge, in der die Rechtsgebiete behandelt werden, scheint jedenfalls durchdacht. Ob aber jeder „nur“ zwei anstatt drei Rechtsgebiete in der Woche behandeln möchte, ist wohl vom Lerntyp abhängig. Bei drei Rechtsgebieten kommt man gedanklich nicht so schnell aus einem der drei großen Gebiete heraus. Andererseits verliert man natürlich auch viel Zeit wenn man sich alle 2 Tage in ein Rechtsgebiet wieder reindenken muss. Da kann es manchmal besser sein die Rechtsgebiete blockweise abzuarbeiten und sich dann immer zu hundertprozentig auf nur ein Gebiet zu konzentrieren. Die in dem Lernplan eingearbeiteten Pausen halte ich – wie gesagt – für übertrieben. Aber da muss jeder selbst entscheiden wieviel Leistung er erbringen kann.
Für weniger gelungen halte ich die Linksliste. Darin finden sich nur 5 eher wahllos zusammengestellte Links, die wohl den meisten Studenten bereits bekannt sein dürften.

FAZIT: praedikatsexamen.com bietet im Großen und Ganzen eine sehr hochwertige Zusammenstellung an Tipps, die dem ein oder anderen wirklich helfen können ein Prädikatsexamen zu erreichen.

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